Verrückte Erlebnisse unterwegs | Part 1

Im Rahmen meines Gewinnspiels zu meinem Part des Shorty Vegan Guide Artikels „Vegan unterwegs“ fragte euch, was euer verrücktestes Erlebnis ist, das ihr unterwegs erlebt habt. Es waren wirklich spannende, lustige und außergewöhnliche Erlebnisse dabei, wovon ich hier einige vorstellen möchte.

Mein schrägstes Erlebnis in Sachen „vegan“ liegt noch nicht so lange zurück!^^ Wir waren anlässlich einer Beerdigung in einem äußerst schnieken Restaurant eingeladen. Die Gastgeberinnen hatten sich extra erkundigt, ob es für uns auch Rohkost gäbe. Gab es – wir: hocherfreut und relaxed. Und ja: Wir bekamen Rohkost. Wie sie im Buche steht und wie sie vermutlich jeder vor sich sehen würde, der an Rohkost denkt und NICHT rohvegan lebt!^^ Wir saßen also mitten im Raum an dem zentralen Tisch zwischen lauter Omnivoren und Wir bekamen einen Teller serviert, auf dem je zwei Stückchen Gurke, Kohlrabi, Paprika, Möhre und Fenchel zu finden waren. Kein Öl, keine Zitrone, keine Menage mit Salz und Pfeffer. Rohkost pur halt! Ich konnte nicht anders und musste einfach nur noch loslachen – v.a. über meine eigene Vertrauensseligkeit. Denn es scheint nichts Neues zu sein, dass gerade die „piekfeinen“ Läden nicht gerade vor Überengagement sprühen, wenn es um Extrawünsche geht….Naja, das Dessert (Erdbeeren mit frischer Minze) söhnte uns etwas aus. Außerdem gab es ja noch Studentenfutter und den nächsten Laden um die Ecke!^^

Mein verrücktestes Erlebnis unterwegs ist nur indirekt meines, aber ich hoffe, es zählt trotzdem. (wenn nicht, hab ich noch Plan B): Mein Freund ist Omni, lässt sich aber gerne vegan von mir bekochen (als hätte er eine andere Wahl XD). Wir führen eine Fernbeziehung, und als er sich auf den langen Heimweg machte, habe ich ihm für die Fahrt selbstgemachte „Mett“-Brote geschmiert (er liebt das Zeug). Während der Fahrt schrieb er mir eine SMS und wir kamen beide aus dem Lachen nicht mehr raus. Neben ihm saß eine junge Frau, und als er die intensiv duftenden Mettbrote auspackte, sagte sie: „Würde es Ihnen was ausmachen, die wieder einzupacken? Ich bin Vegetarierin und mir wird von Fleischgeruch immer ganz schlecht.“ „Gut, dass da kein Fleisch drauf ist“, sagte er, „ist vegan.“ Der Blick der Dame muss göttlich gewesen sein😄

Ich reise auch gerne durch die Welt und in Kolumbien ist Veganismus nicht sonderlich verbreitet (Sojaschnetztel gibt es zwar im Supermarkt, aber das ist Arme-Leute-Essen). Als ich in einem Restaurant am Strand war, wollte ich den normalen Mittagsteller bestehend aus Reis, Bohnen, Salat und Kochbananen, ohne Fleisch oder Fisch. Als ich zu der Besitzerin freundlich sagte „Ohne Fleisch, ich esse kein Fleisch.“ fragte sie mich „Dann vielleicht Hühnchen?!“… Zum Schluss hat sie meine Bestellung, ohne die Haupt-Beilage zwar aufgenommen, sich aber kopfschüttelnd vom Tisch entfernt. „Verrückte reiche Hippies“ stand in ihrem Gesicht geschrieben🙂 Nicht super spektakulär, aber ein Erlebnis mit bleibender Erinnerung hihi.

Das verrückteste – vegane – Erlebnis war definitiv, als ich in einem Restaurant, in welchem ich mit der Familie meines Freundes essen war, weswegen es mir eh schon unangenehm war „Aufsehen zu erregen“ indem ich um Sonderbehandlung bat, einen einfachen Salat bestellte, weil es wirklich kein einziges anderes Gericht auf der Speisekarte gab, das man veganisieren hätte können und die Bedienung schon unruhig und immer unfreundlicher wurde.
Auf meine Bitte „Lassen Sie dann einfach die Putenbruststreifen von vom Salat weg“ sagte sie „Okay, wenn Sie wollen, können wir den Salat dann dafür mit Ei oder Käse machen.“; und das, obwohl ich gerade 5 Minuten erklärt hatte, was „vegan“ bedeutet. Ich lehnte auch das ab, woraufhin sie der gesamten Verwandtschaft meines Freundes erklärte, für wie unsinnig und sinnlos sie es hält, sich vegan zu ernähren.
Sie brachte mir dann nach einiger Zeit einen Salat mit Essig und Öl und als besondere „Specials“ hatte sie süße Früchte draufgetan, Erdbeeren, Pfirsiche und so weiter.
Das ganze zusammen mit dem doch sehr bitteren Öl war kaum essbar.
Dieser Restaurantbesuch war einfach nur die Hölle für mich und seitdem habe ich in einem Restaurant nie wieder um eine Sonderbehandlung gebeten.

Mir wurde im Frühjahr in dem Laden LUSH, während ich dort nach getätigtem Einkauf eine Petition gegen Tierversuche unterschrieb, die Geldbörse aus der Handtasche am Kinderwagen gestohlen. Auf dem Weg zur Bank um die EC-Karte als gestohlen zu melden, fragte mich ein Obdachloser nach ein bisschen Kleingeld. Als ich mich entschuldigte, dass ich nicht könnte und ihm erzählte was mir gerade passiert war, schaute er in seinen Kaffeebecher voll Kleingeld und bot mir an mir das Busticket nach Hause zu zahlen ! Ich war soooo gerührt…
2 Wochen später bekam ich meine Geldbörse inkl. aller Ausweise und Karten per Post zurück und nur das Geld fehlte :o)

 

Mein verrücktestes Erlebnis auf Reisen war natürlich in der Deutschen Bahn. Und ist gar nicht so übermäßig verrückt. Unser Zug musste aufgrund „technischer Probleme“ ca. eine Stunde kurz vor dem Ziel- und Endbahnhof auf den Gleisen warten. Die Fahrgäste waren mürrisch und dem Schaffner scheinbar langweilig. Dieser hat dann nämlich kurzerhand über Mikro aus der aktuellen Tageszeitung vorgelesen. Die Stunde ging dann auch tatsächlich schneller rum, als gedacht und man ist gut informiert angekommen.🙂

Mein verrücktestes Erlebnis hat sich auch ausgerechnet bei meinem Lieblingsitaliener abgespielt. Üblicherweise habe ich früher immer Salamipizza oder etwas mit Hähnchen bestellt. Als ich etwas Veganes wollte und mich nach dem Teigrezept erkundigte, war der Gutste fassungslos und fragte mich, ob es mir gut ginge (man kennt sich schon ein paar Jahre ;)) Ich habe ihm dann alles erklärt und er konnte nur mit dem Kopf schüttel. Mittlerweile gibt es einige vegane Pizzen auf seiner Speisekarte, die auch als solche gekennzeichnet sind und ich bekomme öfter mal einen Rabatt, da er von der Reaktion der Leute begeistert ist und die Pizzen sehr gut angenommen werden.
Verrückte Geschichte, aber gut für mich. So muss ich nicht auf meine heißgeliebte Pizza verzichten🙂

Also mein verrücktestes Erlebnis zum Thema Vegan+Reisen war, dass ich via couchsurfing.org eine Deutsche bei mir zu Gast hatte, die in Wien einen Schulkollegen besuchen wollte, den sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Als wir zu dritt auf dem Weg zu einer Halloween Feier nach Znaim waren, sind wir im Auto draufgekommen, dass wir alle drei vegan leben🙂

Ein Gedanke zu „Verrückte Erlebnisse unterwegs | Part 1

  1. hahahahahaaaaa über manches kann man wirklich nur kopfschüttelnd sich totlachen. Aber das mit der Sonderbehandlung kenn ich nur zu gut:-/ und ich find es immer wieder schrecklich. Gehe auch ungern noch in Restaurants. Aber das gehört wohl oder übel dazu .-D trotzdem gibts immer wieder Leute von denen man überrascht ist, das sie einen verstehen und das dann auch so machen😀

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