Vegan Streetstyle

Seit ich vegan lebe, habe ich angefangen meinen Konsum in vielen Bereichen zu hinterfragen, was dazu geführt hat, dass ich meinen Konsum insgesamt zurückgefahren habe. Beim Einkauf außerhalb von Lebensmitteln fängt es natürlich damit an, dass ich ebenso darauf achte nur noch vegane Produkte zu kaufen, also tierversuchsfrei und ohne tierliche Inhaltsstoffe wie Wolle, Leder, Karmin, Schellack oder Bienenwachs. Darüber hinaus begann ich meinen Konsum auch grundsätzlich zu hinterfragen. Früher habe ich mir jede Menge Schnickschnack z.B. in Bezug auf Modeschmuck, Kleidung und Kosmetik gekauft, heute frage ich viel häufiger „Brauche ich das wirklich?“. Und vor allen Dingen interessieren mich auch die Produktionsbedingungen und gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen meiner Einkäufe.
Insbesondere durch mein Engagement für „weltbewusst“ wurden mir viele Missstände bewusst, von denen ich vorher gar nicht wusste oder die ich gekonnt ignoriert hatte. Im Rahmen des „weltbewusst“ Projektes organisiere ich konsumkritische Stadtrundgänge z.B. für Schulklassen. Bei den Stadtrundgängen sollen die Teilnehmer erfahren wie unser Einkaufsverhalten mit ökologischen und sozialen Missständen in anderen Regionen der Welt zusammenhängt und wie wir alle durch bewussten Konsum positiv Einfluss nehmen können.
„Das Ziel ist: Aktiv werden, statt einfach hinzunehmen; genauer hinschauen, statt sich bequem zurückzulehnen.“ Durch meine Recherche habe ich viel über die Hintergründe der Textil- und Kosmetikindustrie gelernt, was mich zu einem Umdenken bewogen hat.
Eine tolle Möglichkeit finde ich es daher second hand zu kaufen. Hier und hier habe ich ja schonmal über meine Erfahrungen mit kleiderkreisel berichtet.
Wenn ich dann ich dann mal etwas Neues kaufe, so achte ich beispielsweise bei Kleidung darauf, dass sie möglichst bio und fairtrade ist. Anders als man annehmen würde, muss das gar nicht unbedingt teuer sein. Labels wie greenality und armed angels zeigen, dass es durchaus fair, stylisch und günstig geht. Neben den bekannten Onlineshops, die auf Bio- und fairtrade Kleidung spezialisiert sind, gibt es immer mehr „konventionelle“ Onlineshops, die fairtrade Kleidung in ihr Angebot mit aufnehmen.
So auch Zalando, die mir einen Gutschein zur Verfügung gestellt haben, um so einige ökologisch nachhaltige Produkte zu testen. In meinen Warenkorb landete dabei ein Tshirt von armed angels, ein Nagellack von Priti NYC und ein Mini Parfum von Love&Toast, von dem ich bereits seit diesem Post bei Lena von AVVL begeistert war.

Kombiniert sieht das ganze bei mir so aus:

#1 alverde Mineralpuder. Seit vielen Jahren mein Puderfavorit.
#2 Rival de loop Mascara. Der Mascara hat bei Pseudoerbse nicht so gut abgeschnitten, ich bin aber vom Ergebnis überzeugt.
#3 YOAH Kokos Lippenpflegestift. Ich bin totaler Kokosfan. Diese Lippenpflege „schmeckt“ lecker und macht super weiche Lippen🙂
#4 Love & Toast Parfum. Ich bin wie gesagt ein Kokosfan. Das sagt alles😉
#5 Tshirt von armed angels
#6 Kunstledergürtel von kleiderkreisel
#7 Nagellack von Priti NYC. Das Blau passt super zu den Farben des Tshirts.
#8 Jeans von Only (noch aus vorveganen Zeiten)
#9 Vans KVD (laut Produktanfrage vegan)

Vielen Dank an Zalando für den zur Verfügung gestellten Gutschein.
(Der Rest der Produkte ist selbst gekauft.)

Hintergrundinfos zum Thema fairtrade

  1. www.saubere-kleidung.de Zahlreiche Infos zum Thema Textilien, vor allem über die Produktionsbedingungen in der Textil- und Sportartikelindustrie.
  2. http://www.fairtrade-deutschland.de/produzenten/baumwolle/
  3. http://www.zeit.de/2010/51/Billige-T-Shirts Zara Brasilien muss 1,4 Mio Euro Strafe wegen Sklavenarbeit zahlen
  4. http://www.monde-diplomatique.de/pm/2011/04/08.mondeText1.artikel,a0057.idx,17Eine Milliarde T-Shirts für den Weltmarkt. Ein Bericht aus Bagladesh
  5. http://www.youtube.com/watch?v=t-rCyQJRlLA Made in Freedom / Die Kooperative Nueva Vida in Nicaragua
  6. http://www.youtube.com/watch?v=yTehggY29Xg A wage you can live on – Textile workers in Cambodia

13 Gedanken zu „Vegan Streetstyle

  1. Das mit dem bewussteren Konsum geht mir auch so. Ich war 6 Jahre Vegetarierin, habe aber keinen Gedanken an ökologischen bzw. ökonomischen Konsum verschwendet. Fairtrade? Bio? Kenn ich nicht. Überspitzt formuliert. Erst mit dem Veganismu wurden Denkprozesse in Gang gesetzt, über die ich heute sehr froh bin. Vor allem merke, dass sich das auch auf meine Mitmenschen (Eltern, Freund) überträgt.

    Liebe Grüße,
    Federchen

    • Ja ich merke auch, dass sich gewisse Denkprozesse auch auf mein Umfeld übertragen🙂
      Allerdings werde ich zB auch von Freunden als „öko“ bezeichnet, weil ich auf Palmöl achte oder versuche möglichst wenig Plastik zu kaufen…

  2. Schöner Bericht, allerdings bin ich unsicher was das green washing von großen Firmen angeht. Also Zalando das du ansprichst, oder auch eben Ökoprodukte bei H&M, Amazon und ähnlichen Firmen zu kaufen. Kinderarbeit ist es ja immer noch. Ich finde das sehr kompliziert Kleidung zu finden die ich mir leisten kann (und ich gehe nicht oft einkaufen, ein paar mal im Jahr wenn ich was neues brauche) und die ich unterstützen möchte. Second hand ist eine Möglichkeit, aber bei Schuhen und Unterwäsche ist es dann doch keine. American Apparal hat wenigstens keine Kinderarbeit, aber dafür haben die andere Probleme.
    Ich hab zb jetzt Schuhe von Vegetarien Shoes aber außer dass sie vegan sind weiß ich nichts über die Produktion… Was auch wieder sehr unangenehm ist.

    • Bei H&M & Co kaufe ich nichts mehr ein.
      Ich habe (zum Glück?) genug Kleidung über die Jahre angehäuft, sodass ich genug Auswahl habe. Mein „Stil“ ist eigentlich zeitlos, sodass ich auch nicht auf irgendwelche Trendteile „angewiesen“ bin.
      Was ich allerdings mache, wenn ich mal wieder Unterwäsche brauche, weiß ich leider auch noch nicht. Da habe ich bisher noch nicht faires und gleichzeitig schönes und bezahlbares gefunden. 60€ für ein Unterhöschen, finde ich dann doch etwas zu viel.
      Klar Zalando bietet auch viele viele unvegane Produkte sowie Produkte fragwürdiger Herkunft an, aber gleichzeitig findet man auch viele vegane Produkte sowie fairtrade Artikel etc. Da finde ich es praktisch, dass es einfach viele Marken unter einem Dach gibt, sodass ich nur einmal bestellen „muss“ und nicht bei fünf verschiedenen Onlineshops – mal überspitzt gesagt.
      Und du hast Recht, bei Schuhen sehe ich auch das Problem wie bei vegetarian shoes:/

    • Oh, was Konstruktives noch: Ich bin ja auch großer Fan von Second Hand, ebay, Kleiderkreisel, Flohmarkt, Freunde, Second
      Hand Landen. Gerade auch für den Keks sie brauch ja alles neu. Neulich habe ich eine ganze Tüte Kinderkleidung „zu verschenken“ an der Straße gefunden, natürlich gleich mitgeschleppt, in 2 Jahren passt es denn. Das werde ich wohl auch machen, Sachen zu verschenken an die Straße stellen.

  3. Süßes Shirt!🙂
    Das ist echt auch ein wichtiges Thema, was du da ansprichst. Leider gefallen mir viele vegane und faire Sachen vom Stil nicht so gut oder sie sind dann gleich suuuuuuper teuer, deswegen hab ich in meinem Kleiderschrank momentan teils viele Sachen, die halb auseinanderfallen😦 Weiß auch noch nicht so ganz, was ich da mache.

    • Ja das stimmt, es gibt leider auch echt viel richtig teures. Gerade bei Röcken, Kleidern, Blusen und allgemein Chicerem, was über Jeans+Tshirt hinausgeht😦 Das finde ich auch ziemlich blöd.

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