Die Macht der Sprache

Vor kurzem veröffentlichte die Albert Schweitzer Stiftung einen interessanten Artikel mit dem Titel „Die Macht der Sprache – richtige Wortwahl

Schon durch das Buch „Vegan’s Daily Companion: 365 Days of Inspiration for Cooking, Eating, and Living Compassionately“ von einer meiner Lieblingsautorinnen Colleen Patrick-Goudreau wurde ich schon desöfteren auf diese Thematik aufmerksam gemacht.

In ihrem Buch widmet Colleen jeden Wochentag einem anderen Thema:

Monday / For the Love of Food
Tuesday / Compassionate Communication
Wednesday / Optimum health for Body, Mind, and Spirit
Thursday / Animals in the Arts: Literature and Film
Friday / Stories of Hope, Rescue, and Transformation
Saturday+Sunday / Healthful Recipes

Bei Compassionate Communication geht es um „Techniques and tactics for speaking on behalf of veganism effectively and compassionately“. Besonders interessant finde ich dabei die „Compassionate Alternatives“. Dabei handelt es sich um Sprachalternativen, die benutzt werden können, um die in unserem Sprachgebrauch oft gewaltvollen Tiermethaphern zu ersetzen. Ein besonderes schönes Beispiel finde ich z.B. „Zwei Karotten mit einem Messer schneiden.“ Na erratet ihr, welches Sprichwort damit ersetzt wird?

Gewaltvolle Sprichwörter habe ich erfolgreich aus meinem Sprachwortschatz gestrichen, aber ich ertappe mich immer noch immer wieder bei Wörtern wie „saukalt“ oder „Bärenhunger“(,wobei ich letzteres für mich nicht negativ konnotiert ist). Auch ertappe ich mich dabei, Tiere von Menschen sprachlich abzugrenzen, obwohl das natürlich alles andere als antispeziesistisch ist.

Hier noch einige Auszüge aus dem Artikel der Albert Schweitzer Stiftung:

Gerade für Tierschützer und Tierrechtler stellt sich bei ihrem tagtäglichen Einsatz für das Leben von weltweit Milliarden von Tieren die Frage, wie sie mit den kulturell gefestigten Eigenheiten ihrer jeweiligen Sprachen am besten umgehen sollten.

Gehört die Bewältigung der sprachlichen Hürden bei der täglichen Konversation auch zu den Hauptaufgaben der Tierschutz- und Tierrechtsarbeit, so sollte sich definitiv auch stärker damit beschäftigt werden, wie vor allem auf die allgemeine und häufig wertkonservative Alltagssprache langfristig Einfluss genommen werden kann und wie Veränderungen zugunsten einer positiven und respektvolleren Einstellung Tieren gegenüber herbeigeführt werden können.

Abschließend: Wenn der Sprache eine entscheidende Macht zugeschrieben werden kann, die große Kluft zwischen Mensch und Tier zu begründen und aufrechtzuerhalten, so sollte umgekehrt auch angenommen werden, dass eine sprachliche Macht besteht, diese Kluft zu verkleinern und sie eines Tages vielleicht sogar Geschichte werden zu lassen.

Wie seht ihr das? Welche „tierischen“ Sprichwörter schleichen sich in eure Gespräche (unbewusst) ein und an welchen Sprichwörtern arbeitet ihr, um sie nicht mehr zu gebrauchen?

4 Gedanken zu „Die Macht der Sprache

  1. Hey,

    Vegan’s Daily Companion habe ich mir auch vor kurzem gekauft und bin hin und weg. Ich finde, in diesem Buch steckt so viel Herz, man muss es einfach lieben.
    Genau wie du bin ich auch bei den Sprichwörtern hängen geblieben.
    Ehrlich gesagt habe ich mir davor nie groß Gedanken darüber gemacht, wie viel Gewalt (gegenüber Tieren) in unserer alltäglichen Sprache steckt.
    Und das in einer Gesellschaft,die tote Tiere sonst bevorzugt liebevoll Salami und Schnitzel nennt.
    Ich werde auch daran arbeiten, mir gerade die gewaltvollen Sprichwörter abzugewöhnen. Wobei ich manches weniger schlimm finde, gerade deinen angesprochenen „Bärenhunger“ – das bedeutet ja nur: Hunger wie ein Bär. Bär=groß und stark=muss viel essen. Wie du sehe ich das auch nicht negativ. Was ich mich frage: wie sieht es aus bei „saugeil“ oder „saugut“. Heißt ja eigentlich: So gut wie ein Schwein. Richtig gut. sau im Sinne von sehr. Ist das falsch?

    Deine Armübung im vorherigen Post habe ich vorhin gemacht und mal wieder bemerkt, wie untrainiert meine Arme sind. Und wie lange ein Lied sein kann😉

    Schöner Blog!

    Liebe Grüße
    J.

    • Vielen Dank🙂 Deinen Blog finde ich auch super!

      Ja das Buch ist wirklich toll. Ich wünschte das gäbe es auch auf Deutsch.
      Kennst du den Podcast von Colleen Patrick-Gourdreau? Der ist wahnsinning gut! Kann man sich kostenlos bei itunes runterladen. „Leider“ habe ich schon jede Folge gehört, aber als ich neu auf den gestoßen bin, habe ich die Folgen immer beim Joggen gehört.

      • Oh klasse, danke für den Tipp – war mir neu, dass sie einen Podcast hat. Ich habe zwei Bücher von ihr (neben Vegan’s Daily Companion noch das Kochbuch The Vegan Table) und finde sie so klasse!! Die Bücher sind total liebevoll gemacht, wenn der Podcast nur halb so gut ist, freu ich mich🙂
        Ich finde allgemein, dass es viel schönere Kochbücher aus dem englischsprachigen Raum gibt. Nur leider habe ich ab und an Probleme, die Produkte zu finden, da muss man sich zu helfen wissen.
        Liebe Grüße!

  2. Ich habe noch The Joy of Vegan Baking von Colleen. Das Buch finde ich auch super. The Vegan Table steht auch noch auf meiner Buchwunschliste, genauso wie Color me Vegan. Aber diese Wunschliste ist einfach SO lang😀

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